Telefonakquise-Tipps

Telefonakquise: So gehen Sie sicher und ohne Druck ans Telefon

Sie kennen diesen Moment. Die Nummer steht auf dem Zettel, der Kaffee ist längst kalt, und erst mal räumen Sie den Schreibtisch auf. Bloß nicht wählen. Telefonakquise schieben viele vor sich her. Dabei bewegt ein einziger Anruf oft mehr als drei Wochen posten und mailen.

Ich telefoniere seit über zwanzig Jahren. Die Angst vorm Hörer kenne ich selbst. Geholfen hat mir keine neue Technik. Geholfen hat mir eine andere Vorbereitung und eine andere Haltung. Genau darum geht es hier.

Am Telefon verkaufen Sie nicht. Sie öffnen eine Tür.

Der größte Stolperstein sitzt im Kopf, lange bevor Sie wählen: Sie glauben, Sie müssten am Telefon abschließen. Müssen Sie nicht. Ihr Ziel im ersten Anruf ist ein Ja zum nächsten Gespräch. Mehr braucht es nicht.

Das klingt nach einer Kleinigkeit. In der Stimme macht es alles aus. Ich höre bei meinen Kunden in den ersten Sekunden, ob jemand verkaufen will oder ob jemand neugierig ist. Ihr Gegenüber hört es auch. Neugier lädt ein. Druck schiebt weg.

Ist Telefonakquise überhaupt erlaubt?

Diese Frage kommt fast immer, bevor jemand loslegt. Kurz gesagt: Bei Geschäftskunden dürfen Sie, bei Privatpersonen nicht.

Geregelt ist das in Paragraf 7 UWG. Rufen Sie eine Privatperson an, brauchen Sie vorher deren ausdrückliche Erlaubnis. Ohne die ist der Anruf tabu.

Bei Firmen reicht eine mutmaßliche Einwilligung. Die haben Sie, sobald Ihr Angebot sachlich zum Geschäft des Unternehmens passt. Ein Beispiel aus dem Alltag: Sie verkaufen Buchhaltungssoftware und rufen eine Steuerkanzlei an. Der Bezug liegt auf der Hand. Klappern Sie mit demselben Angebot wahllos Bäckereien und Autohäuser ab, wird es heikel.

Seit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 2025 schaut die Justiz genauer hin. Der Bezug zum Kerngeschäft muss im Einzelfall belegbar sein. Für Sie heißt das: Schauen Sie sich jede Firma vorher an und finden Sie den einen guten Grund, warum genau dieser Anruf passt. Das hält Sie auf der sicheren Seite und macht Ihren Einstieg gleich stärker.

Das ist meine praktische Einordnung, keine Rechtsberatung. Im Zweifel fragen Sie eine Anwältin oder einen Anwalt.

Die Angst vorm Nein ist nicht Ihre Schwäche

„Ich krieg den Hörer nicht hoch.“ Diesen Satz höre ich oft. Dahinter steckt selten die Angst vorm Verkaufen. Es ist die Angst vor dem Nein. Vor diesem kurzen, kühlen Moment, in dem jemand sagt: kein Interesse.

Ein Nein am Telefon meint Ihr Angebot in diesem Moment. Es meint nicht Sie. Vielleicht passt der Zeitpunkt nicht. Vielleicht ist das Geld gerade verplant. Machen Sie sich das vor jedem Anruf klar, dann verliert das Nein seinen Stachel.

Und geben Sie sich ein Stützrad. Ihr eigenes kleines Skript. Ein Satz für den Einstieg, ein Satz für den Moment, in dem jemand abwinkt. Sie müssen nichts auswendig aufsagen. Sie haben nur einen Halt, damit die erste Absage Sie nicht aus der Bahn wirft.

Der Fahrplan: 5 Schritte für Ihre Telefonakquise

Ich arbeite mit einem festen roten Faden. Fünf Schritte, die aufeinander aufbauen. Gehen Sie sie durch, bevor Sie zum Hörer greifen.

1. Schauen Sie, wo es hakt

Bevor Sie etwas ändern, finden Sie Ihre wunde Stelle. Kommen Sie gar nicht erst durch? Landen Sie immer in der Mailbox? Läuft das Gespräch gut an und versandet dann? Ich habe früher genau an dieser Frage angesetzt. Einen Punkt habe ich mir vorgenommen. Danach lief es besser. Machen Sie es genauso.

2. Klären Sie Ihre Haltung zum Verkauf

Wie stehen Sie zum Verkaufen? Schreiben Sie auf, was Ihnen durch den Kopf geht. „Ich will niemandem etwas aufschwatzen.“ „Ich habe es nicht nötig, zu klingeln.“ Alles darf raus. Sehen Sie diese Sätze zuerst schwarz auf weiß. Danach können Sie sie drehen. Aus „Ich störe“ wird „Ich habe etwas, das dieser Firma weiterhilft“. Diese Haltung schwingt in jedem Anruf mit.

3. Wissen Sie, wen Sie anrufen

Wen wollen Sie erreichen? Malen Sie sich diesen Menschen aus. Was macht er den ganzen Tag? Was raubt ihm die Zeit? Wo klemmt es bei ihm? Je klarer Sie das vor Augen haben, desto leichter finden Sie den Satz, der ihn aufhorchen lässt.

4. Bauen Sie Ihren Einstieg

Rufen Sie sich vor dem Wählen ein gutes Gespräch in Erinnerung. Das hebt Ihre Stimme, bevor Sie „Guten Tag“ sagen. Und überlegen Sie: Wann werden Sie selbst hellhörig, wenn ein Fremder anruft? Bei jemandem, der erzählt, wie großartig seine Firma ist? Oder bei jemandem, der Ihr Problem kennt und eine Idee dazu hat? Genau da setzen Sie an.

5. Fragen Sie, statt zu reden

Sie haben Ihr Anliegen vorgestellt. Jetzt kommt der wichtigste Teil: zuhören. Fragen Sie nicht „Hätten Sie Interesse?“. Fragen Sie, was Ihr Gegenüber gerade beschäftigt.

  • „Wie läuft das bei Ihnen im Moment?“
  • „Wie lösen Sie das aktuell?“
  • „Was haben Sie schon versucht?“

Nur ein Wort lassen Sie weg: das „Warum“. Es klingt nach Verhör und drängt Ihren Gesprächspartner in die Rechtfertigung.

Ein „aber“ ist ein gutes Zeichen

Irgendwann kommt der Einwand: kein Budget, kein Bedarf, schon jemand an Bord. Viele knicken hier ein und beenden das Gespräch innerlich. Schade. Ein Einwand zeigt Ihnen, dass Ihr Gegenüber nachdenkt. Er hat sich mit Ihnen beschäftigt. Bleiben Sie dran und fragen Sie nach, was hinter dem Zögern steckt. Oft sitzt genau dort der eigentliche Bedarf.

So kommen Sie am Vorzimmer vorbei

In größeren Firmen sitzt jemand davor und sortiert. Diese Hürde nehmen Sie mit Klarheit in der Stimme. „Ich hätte gern Frau Schulz gesprochen“ klingt nach Bitte um Erlaubnis. Sagen Sie es ruhig und direkt: „Frau Schmidt, bitte verbinden Sie mich mit Herrn Meier.“ Legen Sie sich vorher einen Grund zurecht. Ein zugesandtes Infomaterial. Ein Anlass, den Sie recherchiert haben. So haben Sie eine Antwort parat, bevor die Frage kommt.

Ihr nächster Anruf fällt leichter

Telefonakquise wird leichter, sobald Sie wissen, wen Sie anrufen und was Sie sagen. Dann sagen Interessenten am Ende nicht mehr „Wir melden uns“. Sie sagen „Schicken Sie mir einen Termin“.

Damit Sie das nicht nur lesen, sondern gleich für sich festhalten, habe ich ein kostenfreies Workbook  gemacht. Sie gehen die fünf Schritte durch und schreiben Ihren eigenen Gesprächsleitfaden auf. Am Ende halten Sie Ihren Fahrplan für den nächsten Anruf in der Hand.

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Sie stecken an einer bestimmten Stelle fest? Lassen Sie uns telefonieren. In einem Kennenlerngespräch finden wir gemeinsam heraus, wo Ihr Gespräch klemmt und wie Sie es lösen.

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